„Erst kam Porsche. Dann wollten immer mehr Kunden, dass wir für sie Kabelsätze entwickeln“

Leoni wird 100: Zeitzeuge Bernd Käfer im Video zum Thema „Innovation“

Nürnberg - Im Laufe seiner 100-jährigen Geschichte hat Leoni bewiesen, dass sich das Unternehmen an neue wirtschaftliche oder technologische Trends anpassen kann. Mehr noch: Der Kabelspezialist hat wiederholt Trends gesetzt. Schließlich gehört Innovationskraft zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren und Werten des Konzerns. Einer, der das nur zu gut weiß, ist Bernd Käfer (51), langjähriger Mitarbeiter im Bereich Forschung & Entwicklung. Anlässlich des Firmenjubiläums spricht er vor laufender Kamera über experimentelle Anfänge der Entwicklungsarbeit und eine bahnbrechende Erfindung. Seine persönlichen Aussagen sind - zusammen mit den vier bereits veröffentlichten Teilen dieser Video-Serie - ab heute auf der Website 100.leoni.com sowie auf mehreren Social-Media-Kanälen abrufbar.

„Porsche klagte darüber, dass ein flexibler Kabelsatz unter dem Armaturenbrett zu unhandlich für den Einbau sei. Die Frage war, ob wir das Bauteil nicht versteifen könnten“, erzählt Käfer. Das war 1987. Mit Polyurethan und Formenbau hatte er bis dato nichts zu tun. Doch das sollte sich ändern, er selbst zur treibenden Kraft für die Entwicklung des formstabilen Kabelsatzes werden. Dieser ermöglicht eine platz- und zeitsparende Montage und wird heutzutage insbesondere an Motorblock und Getriebe in Nutzfahrzeugen verbaut. Ein weiterer Vorteil: Er ist vibrationsbeständig und langlebig und bietet dank absolut dichter Kabeldurchführungen Schutz vor Schmutz, Feuchtigkeit, Ölen und Chemikalien.

Anfangs war große Experimentierfreude gefragt. „Der designierte Entwicklungsleiter stellte einen 20-Liter-Eimer-Polyurethan mit passendem Härter bei uns in der Schlosserei ab und sagte ‚Schütte das mal zusammen, und wir werden sehen, was passiert.‘“ Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte – getragen von lösungsorientiertem Handeln, einer engen Zusammenarbeit mit den Kunden und der Lust am Tüfteln und Ausprobieren. „CAD gab es damals noch nicht“, erinnert sich Käfer schmunzelnd, „also sind wir für den R129 – das war das damalige Mercedes Cabrio – mit Kunststoffplatten und Spachtelmasse zum Kunden gefahren und haben in der Karosserie unsere Form abgedrückt.“

Dann stieg die Nachfrage nach der Dienstleistung seitens Leoni: „Immer mehr Kunden wollten, dass wir für sie Kabelsätze entwickeln“, freut sich Käfer rückblickend. Heute gehört der geschäumte, formstabile Kabelsatz in der Fahrzeugindustrie zum Standard-Repertoire. Das Wissen um die Schäumwerkzeuge und -verfahren hüten Bernd Käfer und seine Kollegen wie ihren Augapfel. Die Geschichten vom „riesigen Schaumpilz“ und der ehemaligen Hemdsärmeligkeit sorgen noch immer für Spaß in der Abteilung. Der Erfindergeist ist geblieben. Im Vergleich zu den Anfängen folgen die Entwicklungen nun jedoch standardisierten Prozessen und werden von ausgefeilten Tools gestützt. Das wird auch von den Kunden geschätzt, die immer mehr Entwicklungsarbeit auf den Zulieferer verlagern – insbesondere bei Bordnetzen.

Heute hat das Thema Innovation in beiden Leoni-Unternehmensbereichen einen hohen Stellenwert. Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 1.700 Personen im Bereich Forschung & Entwicklung. Im Geschäftsjahr 2016 ist der Aufwand um rund 12 Prozent auf mehr als 130 Mio. Euro gestiegen. Eine lohnenswerte Sache für Kunden und Mitarbeiter, findet Bernd Käfer: „Hätten wir damals nicht mit unseren Entwicklungstätigkeiten schon so früh angefangen, gäbe es den Standort in Kitzingen heute vielleicht schon nicht mehr.“

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