Leoni durch Einmaleffekte belastet – spürbare Verbesserung bei Ergebnis und Free Cashflow im Jahresverlauf erwartet

– Cash-neutrale Einmaleffekte im WSD belasten EBIT im Q1 mit -102 Mio. Euro
– Hochlauf in Merida, Mexiko, beeinträchtigt Ergebnis mit -37 Mio. Euro; Belastungen voraussichtlich mit 1. Halbjahr abgeschlossen
– Leoni strebt vor VALUE 21-Belastungen 2020 neutralen Free Cashflow im Konzern und positives Ergebnis in Bordnetzsparte an
– VALUE 21 voll im Plan, um nachhaltige Kosteneinsparungen von brutto 500 Mio. Euro jährlich ab 2022 zu erreichen

Nürnberg – Leoni hat sein operatives Geschäft nach einem schwachen Schlussquartal 2018 zum Jahresauftakt stabilisiert. Das Unternehmen erzielte im ersten Quartal 2019 einen Konzernumsatz von 1,26 Mrd. Euro (Q1/2018: 1,33 Mrd. Euro). Der organische Rückgang von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist vor allem auf das schwächere Marktumfeld der Automobilbranche zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des ersten Quartals belief sich auf -125 Mio. Euro (Q1/2018: 63 Mio. Euro). Der deutliche Rückgang ist vor allem auf Einmaleffekte im Unternehmensbereich Wiring Systems (WSD) zurückzuführen, die das Konzern-Ergebnis mit insgesamt 102 Mio. Euro belasteten. Leoni hat vor dem Hintergrund der geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, des schwächeren Marktumfelds der Automobilbranche und der im Rahmen des Programms VALUE 21 konkretisierten Neuausrichtung auf strategische Kundenbeziehungen das WSD-Auftrags-Portfolio und die Marktperspektiven neu eingeschätzt. Die neuen Erkenntnisse führten im ersten Quartal 2019 zu einer nicht liquiditätswirksamen Abwertung von Vermögenswerten in Höhe von 67 Mio. Euro sowie zu Rückstellungen von 35 Mio. Euro, im Wesentlichen für künftig erwartete Verluste aus bestehenden Aufträgen, die über einen mehrjährigen Zeitraum liquiditätswirksam werden können.

Des Weiteren ergaben sich auch zum Jahresauftakt 2019 insbesondere erhöhte Personal- und Frachtkosten zur Sicherstellung des Projektanlaufs im neuen Produktionsstandort in Merida, Mexiko. Der Ergebniseffekt daraus betrug im ersten Quartal -37 Mio. Euro. Im Verlauf des Berichtszeitraums konnte die Anzahl der zur Unterstützung entsendeten Mitarbeiter bereits mehr als halbiert und die Kosten der Sonderfrachten zuletzt deutlich reduziert werden. Die wöchentliche Produktionsleistung hat sich mittlerweile im Vergleich zum Jahresbeginn vervierfacht und liegt damit im Rahmen der vereinbarten Ziele.  Leoni erwartet noch einen negativen Ergebniseffekt von rund 20 Mio. Euro, der weitestgehend im 2. Quartal anfällt.

Das EBIT des Bordnetz-Bereichs ging insgesamt auf -139 Mio. Euro zurück (Q1/2018: 42 Mio. Euro). Ohne die Einmaleffekte und Sonderbelastung aus Merida verbleibt für den Bordnetz-Bereich ein ausgeglichenes Ergebnis. Der Segment-Umsatz nahm um 6 Prozent auf 793 Mio. Euro (Q1/2018: 842 Mio. Euro) ab. Ursächlich ist die schwächere Nachfrage der Automobilindustrie in China und Europa.

Im Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions (WCS) verringerte sich der Umsatz im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 469 Mio. Euro (Q1/2018: 486 Mio. Euro). Bemerkbar machte sich vor allem das aufgrund der nachlassenden Konjunktur schwächere Geschäft mit Automobilkabeln in China sowie der geringere Kupferpreis. Das Segment-EBIT verringerte sich aufgrund des Umsatzrückgangs, des ungünstigen Produktmixes und Kosten im Zusammenhang mit dem Ausbau des Digitalisierungs-Portfolios auf 14 Mio. Euro (Q1/2018: 22 Mio. Euro).

Bereinigt um die einmaligen Sondereffekte und die Belastungen aus Merida hat sich im ersten Quartal das Leoni-EBIT konzernweit im Vergleich zum 4. Quartal 2018 – aus operativer Sicht – auf 14 Mio. Euro stabilisiert. Das Konzernergebnis beläuft sich auf -132 Mio. Euro nach 44 Mio. Euro im Vorjahr.

Strategische Neuausrichtung als Basis für verbesserte Rendite

„Durch die strategische Neuausrichtung haben wir eine solide Basis für die Weiterentwicklung unseres Bordnetz-Geschäfts geschaffen. Gleichzeitig ist es uns gelungen, im ersten Quartal die operative Leistung zu stabilisieren. Dies ist angesichts des sich eintrübenden Marktumfelds umso wichtiger. Wir haben die Talsohle erreicht und werden uns im Vergleich zum ersten Quartal im weiteren Jahresverlauf bei Ergebnis und insbesondere Cash-Verbrauch spürbar verbessern. Zudem ist es vor VALUE 21 beabsichtigt, im kommenden Geschäftsjahr einen neutralen Free Cashflow im Konzern sowie einen positiven Beitrag zum Konzern-Ergebnis aus der Bordnetzsparte zu erzielen“, sagt Aldo Kamper, Vorstandsvorsitzender der Leoni AG. „Mit unserem Performance- und Strategie-Programm VALUE 21 sind wir voll im Zeitplan, um bis 2022 die Kosten vor gegenläufigen Effekten nachhaltig um 500 Mio. Euro zu senken. Das Programm ist fest in der Organisation verankert. Über 500 Mitarbeiter sind direkt für einzelne Initiativen verantwortlich und haben insgesamt über 1.000 Initiativen identifiziert. Ab Juni werden wir mit der Umsetzung der ergebnissteigernden Maßnahmen beginnen.“

Free Cashflow und Bilanzpositionen

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich von Januar bis März 2019 auf 78 Mio. Euro (Q1/2018: 57 Mio. Euro). Mehrheitlich entfielen sie auf den Bordnetz-Bereich, um in Osteuropa, Nordafrika und Mittelamerika Kapazitäten für bereits in den vergangenen Jahren akquirierte Projekte zu schaffen. Der Free Cashflow lag zum Abschluss des 1. Quartals 2019 bei -313 Mio. Euro (Q1/2018: -111 Mio. Euro); er wurde neben den Investitionen maßgeblich vom negativen Ergebnis der Berichtsperiode und Umkehreffekten des Net Working Capital beeinflusst.

Zum 31. März 2019 wies das Unternehmen eine verfügbare Liquidität in Höhe von 740 Mio. Euro (31.12.2018: 1 Mrd. Euro) aus. Rund 620 Mio. Euro entfielen auf freie Kreditlinien, davon über dreiviertel fest zugesagt, und 120 Mio. Euro auf Barmittel. Vor allem in Hinblick auf den Refinanzierungsbedarf von Leoni, prüft das Unternehmen alle Optionen, um seine langfristige Finanzierungsbasis zu sichern. Aufgrund des Quartalsverlustes und einer rechnungslegungsbedingten Bilanzverlängerung um ca. 153 Mio. Euro errechnet sich eine Eigenkapitalquote von 25,2 Prozent nach 31,2 Prozent per Ende 2018.

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Diese Mitteilung enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der Leoni AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance von Leoni wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Leoni übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben oder an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

Leoni-Konzernzahlen im Überblick

Kennzahlen Konzern1. Quartal 20191. Quartal 2018
Umsatzerlöse [in Mio. €] 1.262 1.327
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) [in Mio. €] -76 101
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) [in Mio. €] -125 63
Bereinigtes EBIT (1) [in Mio. €] -123 65
Konzernergebnis [Mio. €] -132 44
Ergebnis je Aktie [in €] -4,03 1,34
Free Cashflow [in Mio. €] -313 -111
Investitionen [in Mio. €] 78 57
Eigenkapitalquote [in %] 25,2 32,8
Mitarbeiter per 31.3. [Anzahl] 95.704 87.128

(1) Ergebnis bereinigt um die Effekte aus der Neubewertung im Rahmen der Kaufpreisverteilung der wesentlichen Akquisitionen, Restrukturierungen, Gewinne aus Unternehmensverkäufen, Ergebnisse aus Unternehmenszusammenschlüssen inklusive zugehöriger Derivate

 

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